Egerland
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Egerland (Eghaland, tschechisch Chebsko) ist
eine Region im Westen Böhmens, benannt nach dem Fluss und der
Stadt gleichen Namens (heute Cheb). Es wurde bereits unter den Bezeichnungen
"Regio Egire" (1135) oder "Provincia Egrensis"
(1218) in der Geschichtsliteratur erwähnt. In dem Quellenband
"Monumenta Egrana" des Egerer Stadtarchivars Heinrich
Gradl sind wichtige Quellen zur Geschichte des Egerlandes gesammelt.
“Regio Egrensis“ wird neuerdings von der grenzüberschreitenden
Landesplanung reaktiviert.
Unter dem Begriff Euregio Egrensis ist eine gesellschaftlich anerkannte
Form der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Mitteleuropa
entstanden. 1991 gegründet, wurde die Organisation zu einem
Wegbereiter für Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien.
Neben der Euregio Egrensis haben sich die grenznahen Orte um das
vogtländische Dreiländereck - Ortschaften des „Böhmischen
Vogtlands“ und des Vogtlandkreises - zur tschechisch-deutschen
Mikroregion Freunde im Herzen Europas zusammengeschlossen.
Zunächst muss jedoch zwischen dem historischen und dem Egerland
im heutigen Sinne unterschieden werden.
Das historische Egerland umfasst etwa den ehemaligen Bezirk Eger
und wurde aufgrund einer Verpfändung des Landes wegen treuer
Dienste im Jahre 1322 an die Luxemburger überführt. Dies
hatte zur Folge, dass das Egerland lange Zeit einen eigenen Landtag
besaß.
Das Gebiet in der Region Karlsbad erstreckt sich vom sogenannten
Egerer Becken bis Karlsbad. Von Bedeutung ist dabei auch der Kaiserwald.
Das Gebiet war bis 1945 durch Deutsche (etwa 800.000 Einwohner)
besiedelt, die größtenteils nach dem 2. Weltkrieg vertrieben
wurden. Dennoch tragen auch heute viele Bewohner der Region deutsche
Namen. Im Raum Falkenau liegt zudem eines der Zentren der heutigen
deutschen Minderheit in Tschechien. Dort gibt es Gemeinden mit bis
zu 6 % deutscher Bevölkerung. Die Gebietsfläche des Egerlands
beträgt 7466 km².
Typisch für das Egerland sind die stattlichen Fachwerkhöfe
mit großen Speicherbauten, die von fränkischen Siedlern
gebaut wurden. Neben der Landwirtschaft siedelte sich auch, vor
allem im Ascher Gebiet, die Textilindustrie an, im Falkenauer Becken
wurde Braunkohle gefördert und in Alt- und Neurohlau, Neusattl
und Chodau war die Porzellanindustrie dominierend. Daneben hatten
sich die Handwerker einen guten Ruf geschaffen.

Musik
Ernst Mosch, geboren am 7. November 1925 in Zwodau
(heute: Svatava) bei Falkenau (heute Sokolov), gründete 1956
die Original Egerländer Musikanten. Er wird auch als König
der Blasmusik bezeichnet. Mit seinem berühmten Orchester spielte
er Polkas, wie die „Amboss-Polka“, Märsche wie
den „Egerländer Musikantenmarsch“ oder „Wir
sind Kinder von der Eger“. Außerdem beeindruckte er
mit Walzern wie „Abschied vom Liebchen“.
Darüber hinaus war das Egerland bis nach dem Zweiten Weltkrieg
das letzte deutschsprachige Gebiet, in dem der traditionelle böhmische
Dudelsack ("Bock" genannt) gespielt wurde.

Hoasnotoutara
The Hoasnotoutara Knopf , wie oben, wird ringsum getragen
auf die Tracht nur in Gebiete vom Egerland.
Nach oben |